Referendum ergriffen – Pro-Komitee hat sich formiert
Eine Gruppierung spricht sich für den Quartierplan Weiherweg aus.
Seit letzter Woche ist es amtlich, die Gemeinde Allschwil bestätigte das Zustandekommen des Referendums gegen den Beschluss des Einwohnerrats zum Quartierplan Weiherweg. Am 22. Mai hatte ein Referendumskomitee um Mehmet Can, Pascale Uccella und Pascale Hess laut eigenen Angaben fast 1000 Unterschriften gegen die Quartierplanung auf der Gemeindeverwaltung Allschwil eingereicht. Dies, nachdem der Einwohnerrat das Geschäft am 15. April grossmehrheitlich gutgeheissen hatte. Inzwischen hat sich auch ein Pro-Komitee formiert, das bereits eine Webseite online gestellt hat (https://weiherweg-allschwil.ch/).
Wie der Pro-Komitee-Präsident, GLP-Einwohnerrat Matthias Häuptli, auf Anfrage des AWB ausführt, besteht das Komitee aktuell aus rund 20 Personen. «Sie sind entweder Mitglieder des Gemeinderates oder des Einwohnerrates und stammen aus allen im Einwohnerrat vertretenen politischen Parteien», so Häuptli. Gefragt, was die Leute zur Gründung eines Komitees bewogen hat, erklärt er: «Uns ist es ein wichtiges Anliegen, dass sich Allschwill nachhaltig weiterentwickeln kann. Der Quartierplan ist ein wegweisendes und breit abgestütztes Projekt, dem der Einwohnerrat nach intensiven Beratungen über alle Parteien hinweg mit 30 zu 3 Stimmen überdeutlich in der Schlussabstimmung zugestimmt hat.»
Die Quartierplanung befasst sich mit dem knapp 9000 Quadratmeter grossen Areal zwischen Binningerstrasse, Kantonsgrenze, Weiherweg und Herrenweg, wo sich aktuell eine Wohnüberbauung aus den späten 1960er-Jahren mit 82 Wohnungen befindet. Eigentümerin ist die Warteck Invest AG mit Sitz in Basel. Neu sind insgesamt vier Gebäude vorgesehen. Darunter ein 19-geschossiges, rund 70 Meter hohes Hochhaus. Hinzu kommen zwei sechsgeschossige Gebäude und ein fünfstöckiger Bau. Dadurch soll die heutige Anzahl Wohnungen nahezu verdoppelt werden.
Wie Häuptli argumentiert, entsprechen die aktuellen Bauten nicht mehr den heutigen Anforderungen an Erdbeben-, Brand- und Lärmschutz sowie Energieeffizienz. Mit dem Neubauprojekt werde moderner, ökologischer Wohnraum geschaffen. Als weitere Pluspunkte nennt der Politiker, dass Raum für einen Doppelkindergarten entstehe, was einer Klasse mehr als bisher entspreche, und den Infrastrukturbeitrag im Umfang von 4,25 Millionen Franken, den die Bauherrschaft leiste. Dieser könne zur Aufwertung der Umgebung eingesetzt werden. «Diese Vorteile für die Allschwiler Bevölkerung werden mit dem Referendum aufs Spiel gesetzt», so Häuptli.
Das Referendumskomitee hingen stört sich an der Höhe des geplanten Turms und kritisiert den Wegfall von Parkplätzen, so wie den aus seiner Sicht nicht ausreichenden Grünraum und Spielmöglichkeiten und den Mangel an kostengünstigem Wohnraum.
Wie die Gemeinde auf Anfrage des AWB ausführt,ist noch nicht klar, wann die Abstimmung zum Quartierplan stattfindet. Bereits klar sei hingegen der Abstimmungstermin zu der aus dem Teilzonenplan Binningerstrasse ausgeschiedenen Parzelle beim Schulhaus Gartenhof, wo die Tramwendeschleife geplant ist: Dieser Urnengang, der primär als Signal an den Kanton dienen soll, geht gemäss Gemeinde am 29. November über die Bühne. Es besteht also die Möglichkeit, dass Allschwil am gleichen Sonntag über zwei lokale Vorlagen abstimmt.